Stockheimer Bergweihnacht in der neunten Auflage

Stockheim – Bereits zum neunten Male organisierte der Förderverein Bergbaugeschichte Stockheim/Neuhaus unter der Leitung von Vorsitzendem Gregor Förtsch in Verbindung mit dem Knappenverein und der Bergmannskapelle die bergmännische Weihnacht, verbunden mit einem Kunsthandwerkermarkt, im Garten des Gasthauses „Alte Zeche“. Auch heuer können die Betreiber mit dieser außergewöhnlichen Veranstaltung zufrieden sein, die viele Besucher angelockt hat. Die bergmännische Tradition stand dabei im Mittelpunkt. Begeistert war man vom wunderschönen Ambiente. So präsentierten sich Stände und Buden in Grubenzimmerung der ehemaligen  Bergwerksstollen mit Stempel und Kappen. Dies verlieh der Veranstaltung eine besondere Atmosphäre. Neben den vielen Bastelarbeiten waren vor allem Köstlichkeiten gefragt. Auch hatten sich die Hobbykünstler mächtig ins Zeug gelegt. Kunstvoll hergestellte Unikate aus Holz, Ton, Metall wurden ebenfalls angeboten. Und Selbstgemachtes aus Omas Rezepten fand reißend Absatz. Musikalisch eröffnete ein Ensemble der Bergmannskapelle unter der Stabführung von Thomas Neubauer im Beisein des Knappenvereins mit Vorsitzendem Heiko Eisenbeiß die „Bergweihnacht“. Zur Freude der Besucher waren anschließend die heilige Barbara, die Schutzpatronin der Bergleute (Nathalie Häfner), sowie die Bergknappen (Anton Schülner und Elias Renk) erschienen. Mit einem Gedicht zum Leidensweg der Märtyrerin wurde dem Auftritt eine besondere Note verliehen. Ebenfalls erinnerte Nathalie Häfner an die einstige Bedeutung der Stockheimer Kohle. So habe sie sich auch bei der ersten Eisenbahnfahrt zwischen Nürnberg und Fürth 1835 für die Erzeugung von Dampf bestens bewährt. Nachdem der Vorsitzende vom Förderverein Bergbaugeschichte, Gregor Förtsch, die Besucher begrüßte und vor allem das Engagement von Günther Scheler und Ludwig Brauer hervor, dankte Bürgermeister und Schirmherr Rainer Detsch dem Förderverein für die ideenreiche Konzeption der Bergweihnacht. Sie stelle eine Bereicherung und einen wichtigen Baustein im Gemeinschaftsleben dar. So sei die Bergweihnacht neben der Barbarafeier ein weiteres Markenzeichen Stockheims geworden. Dies sei vor allem Gregor Förtsch zu verdanken. Diese vorweihnachtliche Veranstaltung habe sich zu einem bemerkenswerten Kleinod entwickelt, betonte das Gemeindeoberhaupt anerkennend. Einen weiteren musikalischen Beitrag leistete die Gruppe „Aphasie“ mit Ralf Renk. Am Nachmittag starteten die Kinder mit einem Laternenzug vom Festplatz zum Bergwerksstollen des Knappenvereins. Im Scheine der Bergwerkslampen las dritter Bürgermeister Jörg Roth spannende Geschichten vor. 

Am Abend zog die große Kirchenparade mit Bergmannslampen und Fackeln anlässlich der Barbarafeier von der Grube St. Katharina am Ausstellungsbereich vorbei in das Gotteshaus St. Wolfgang. Für alle war dies ein sehr ausdrucksstarkes Bild. Vor allem war die vierhundertjährige Bergbaugeschichte regelrecht spürbar. 

  

Fotos und Text: Gerd Fleischmann